Deponie ist nicht gleich Deponie

Abfallsammlung vs. Deponieren

In vielen Köpfen schwirrt noch oft der Begriff „Deponie“ herum, auch wenn es sich tatsächlich um ein Abfallsammelzentrum, Recyclinghof oder Mistplatz handelt. Dabei gibt es große Unterschiede, die das Verständnis beim Umgang mit Abfällen entscheidend verändern können. Eine Deponie so wie wir sie von früher kannten, also ein Berg aus gemischten Abfällen unter freiem Himmel, ist im deutschsprachigen Raum nicht mehr vorhanden und wird so auch nicht mehr zugelassen.

Deponieverordnung

In Österreich war die im Jahr 2004 erlassene Deponieverordnung ausschlaggebend, die vorschreibt, dass lediglich vorbehandelte Abfälle oder inerte Stoffe deponiert werden dürfen. Inerte Stoffe sind reaktionsarme Materialien, welche in Verbindung mit Luft, Wasser oder anderen Edukten nicht oder nur in geringem Maße reagieren. Das können zum Beispiel Ziegel, Keramik oder Beton, aber auch Glas sein. Um Sicherzustellen, daß die in einer Deponie gelagerten Abfälle nicht durch Vermischung schlechtere Eigenschaften aufweisen als zuvor, wurden insgesamt vier Deponiearten festgelegt.

Die Anforderungen für die Abfallbeseitigung wurde in der Deponieverordnung 2008 angepasst.

In Österreich sind folgende Deponien im Gesetz verankert:

• Bodenaushubdeponie (Erd-, Bodenaushub nicht kontaminiert)
• Baurestmassendeponie (z.B. Ziegel-, Betonbruch, mineralische Baustoffe, *)
• Reststoffdeponie *
• Massenabfalldeponie *

*Weitere Abfallfraktionen sind hier nicht angeführt, da diese nur unter Einhaltung von konkreten Schwellwerten zugeordnet werden können. Die Deponieverordnung 2008 gibt hier weitere Aufschlüsse.

Deponiefähige Abfälle werden unterschiedlichen Deponien zugeordnet, um Auswirkungen auf Umwelt und Mensch so gering wie möglich zu halten. Mittels grundlegender Chrakterisierung können Schwellwerte präziser ermittelt und das Material der entsprechenden Lagerstätte zugeordnet werden. Unabhängig von baulichen Einrichtungen wie Einfriedung, Verwiegeeinheit und Gebäude(n), sind geologische Zusammensetzung des Untergrunds, Oberflächenabdichtung und Entwässerungsschicht die Grundlagen für die jeweilge Deponieart.

Für uns sind somit Bilder von auf gemischten Haushaltsabfällen fahrenden Müllverdichtern bzw. Baggern in Österreich längst Geschichte und wenn sie zukünftig auch von einem Deponiebrand in Österreich hören oder lesen, wissen sie, daß es sich sehr wahrscheinlich nicht um brennende Erde oder mineralische Rückstände aus der Bauwirtschaft handelt.